SC Spelle-Venhaus
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1946 e.V.

Berichte

Fußballkreis ehrt Ehrenamtliche

4. v. rechts Manfred Brämsmann vom SC Spelle-Venhaus

Sögel.
Sie pumpen Bälle auf, kreiden Linien ab und waschen Trikots – die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Fußballvereinen wird oft im Hintergrund verrichtet. Mit seiner „Aktion Ehrenamt“ rückt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) diese Arbeit in den Blickpunkt – auch im Emsland. Hier würdigte der Kreisfußballverband nun das unentgeltliche Engagement des Lingeners Carsten Hilbers mit der Ernennung zum Ehrenamtssieger 2011.
„Der soziale Zusammenhalt in den Sportvereinen ist das Rückgrat der Gesellschaft“, betonte Landrat Reinhard Winter im Rahmen seiner Laudatio am Donnerstagabend im Haus des Sports in Sögel. Dieses Rückgrat stärkt der 37-jährige Hilbers bei den „Lucky Löwen“, einem integrativen Fußballteam von Olympia Laxten, ganz besonders. Mit seiner Tätigkeit als Trainer verbindet der Erzieher und Heilpädagoge, der in einer Förderschule für geistige Entwicklung des Lingener Christophorus-Werks arbeitet, seinen Beruf mit seinem Hobby.
Hilbers gehört dem Sportverein Olympia bereits seit 1982 an, erst als Spieler, seit 1991 als Trainer. Bis 2007 betreute er die Minikicker, die E-, D-, C- und die B-Junioren. Als im Sommer 2008 die „Lucky Löwen“ gegründet wurden, war Hilbers dabei. Das Team ist eine eigene Sparte innerhalb der Jugendabteilung. Mittlerweile gehören mehr als 30 Spieler mit Einschränkungen im kognitiven, motorischen und sozial-emotionalen Bereich sowie einige Kinder ohne Handicap zum Kader. Die „Lucky Löwen“ sind Teil des Projekts LinaS („Lingen integriert natürlich alle Sportler“) und bestreiten seit März 2011 Pflichtfreundschaftsspiele gegen E-Junioren im Bereich Emsland Süd. Nicht nur die „Lucky Löwen“, auch ihre Gegenspieler profitieren von den sozialen Kontakten.
Der Ehrenamtsbeauftragte des Kreisfußballverbands, Hermann Wilkens aus Papenburg, hob in seiner Begründung für die Preisverleihung hervor: „Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass perspektivisch bisher vorhandene Hemmschwellen auf breiter Front abgebaut werden können. Die eingegangene Symbiose zwischen dem Fußball und Menschen mit Behinderungen findet im gesamten Kreis Emsland höchste Anerkennung.“
Als emsländischer Ehrenamtssieger erhielt Hilbers eine Trophäe, die das Niedersachsenpferd zeigt. Zudem lädt ihn der Niedersächsische Fußballverband (NFV) gemeinsam mit seiner Frau zu einem Dankeschön-Wochenende vom 30. März bis 1. April nach Barsinghausen ein. Am 17. Dezember wird Hilbers zusammen mit anderen Ehrenamtssiegern im Rahmen der Drittliga-Partie des VfL Osnabrück gegen den SV Darmstadt 98 geehrt.
Dass der Lingener zu denjenigen gehört, die stets erst an andere und erst dann an sich denken, machte er im Anschluss an die Auszeichnung im Haus des Sports deutlich. „Klar ist die Ehrung toll für mich, aber ich nehme sie stellvertretend für alle Trainer entgegen, ohne die es die Lucky Löwen nicht gäbe“, sagte Hilbers, der sich auch bei seiner Frau Judith bedankte, „die oft auf mich verzichten muss“. Und wie lautet sein Weihnachtswunsch? „Es könnte noch mehr Vereine geben, die sich so etwas zutrauen. Wir bieten ihnen jederzeit Hilfe an.“
Nicht nur Hilbers wird dem diesjährigen DFB-Motto „Soziale Integration durch Fußball“ gerecht. Deshalb zeichnete der Kreisfußballverband zwölf sozial engagierte Vereinsmitglieder als Ehrenamtsträger aus. „Fußball ist mehr als das, was wir auf dem grünen Rasen sehen“, stellte Hermann Wilkens heraus und lobte die Preisträger als „die wahren Helden des Alltags“. Wilkens: „Für mich seid ihr die sportlichen Leuchttürme im emsländischen Fußball. Ihr seid als Orientierungspunkte notwendig und unverzichtbar. Ohne euch läuft es nicht rund. Das Ehrenamt ist die Lebensader der Vereine, ihr sorgt dafür, dass diese Ader pulsiert.“
Auch Reinhard Winter unterstrich den Stellenwert des Ehrenamts. „Das Wertesystem des Fußballs transportiert Erfahrungen, die zur Identifikation mit der offenen Gesellschaft führen“, sagte der Landrat. „In Euro und Cent lässt sich die ehrenamtliche Arbeit gar nicht beziffern.“ Kreissportbund-Präsident Michael Koop tat jedoch genau das. Er errechnete einen hohen Millionenbetrag und sagte zu Winter gewandt: „Jeder Euro, der in den Sport investiert wird, ist gut angelegt.“ Koop wies zudem auf den „Strukturwandel im Ehrenamt“ hin. Allein in Niedersachsen sei die Zahl der Ehrenamtlichen im Sport seit dem Jahr 2005 um 100000 zurückgegangen.





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