Spelle: Nächste Herausforderung beim Aufstiegskandidaten Egestorf/Langreder
Eine echte Herausforderung für den SC Spelle-Venhaus: Die Emsländer treten am Sonntag um 15 Uhr beim Tabellendritten 1. FC Germania Egestorf/Langreder an. Der Gastgeber spricht im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg noch ein gewichtiges Wörtchen mit.
Die Mannschaft von Trainer Boris Besovic weist 44 Zähler auf, hat aber ein Spiel weniger ausgetragen als der Tabellenzweite Heeslinger SC (47) und zwei Partien weniger als Spitzenreiter Atlas Delmenhorst (53). Der Oberliga-Meister steigt direkt in die vierte Liga auf, der Vizemeister spielt in der Aufstiegsrunde gegen die Topteams aus Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein zwei weitere Aufsteiger aus.
„Wahnsinn, wie ausgeglichen diese Liga ist“
SCSV-Trainer Henry Hupe fühlt sich von Spieltag zu Spieltag bestätigt, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. „Wahnsinn, wie ausgeglichen diese Liga ist.“ Die Speller fahren mit dem Ziel „zu einer recht guten Mannschaft“ nach Barsinghausen, drei Punkte zu entführen.
0:2 in der Hinrunde
Wie stark der Gast ist, haben die Schwarz-Weißen in der Hinrunde erfahren. Sie kassierten beim 0:2 die dritte Niederlage in Folge und rutschten weiter in die untere Tabellenhälfte, während die Germanen die Spitzenposition übernahmen. Hupe erinnert sich an ein gutes Spiel seiner Mannschaft, die sich etliche Torchancen erarbeitete, um in Führung zu gehen – aber trotzdem verlor.
Nur vier Teams trafen häufiger
Am Sonntag will der SCSV im Stadion an der Ammerke wieder eine gute Leistung zeigen, viele Chancen herausspielen, sie aber dieses Mal konsequenter nutzen und in ein positives Ergebnis ummünzen. Vor dem gegnerischen Tor erwiesen sich die Emsländer zuletzt als effektiver. Nur die drei Top-Teams und der TuS Bersenbrück haben häufiger getroffen als die Schwarz-Weißen (50). Zehn Schützen zeichneten für die SCSV-Treffer verantwortlich, dazu kommt ein Eigentor. Mit 14 Toren führt Tom Winnemöller vor Steffen Wranik (8), der nach Verletzung wieder ins Training einsteigt, dem Langzeitverletzten Elias Strotmann und Marvin Kehl (beide 7), Janik Jesgarzewski (4), Luca Tersteeg, Artem Popov (beide 3), Felix Golkowski, Jost Krone und Jip Kemna (alle 1).
Auf Winnemöller ist Verlass
Auf Winnemöller ist zurzeit Verlass. Er liegt an vierter Stelle der Torjäger-Statistik in der Oberliga Niedersachsen hinter Moritz Raskopp (TSV Wetschen/17), Noah Wallenßus (BSV Rehden/16) und Terry Becker (Heeslinger SC/15). Der zur C-Jugend vom SC Hörstel zum SCSV gewechselte Mittelstürmer ist erst 23 Jahre alt. „Man darf einen Stürmer nicht nur an Toren messen“, sagt Hupe. „Aber Toms Torstatistik zeigt, wie gut er ist und wie gut er sich entwickelt hat. Wir freuen uns, dass er aktuell so abliefert.“ Aber der Trainer verweist auch darauf, dass sein effektivster Angreifer natürlich von seinen Mitspielern profitiert.
Ohne Niemann und Kehl
Im Vergleich zum Derby gegen die U23 des SV Meppen muss Hupe seine Startformation am Sonntag ändern: Denn Torwart Mattis Niemann, der nach einer Verletzung kurz vor der Pause ausgewechselt werden musste, fällt aus. Auch Marvin Kehl steht nicht zur Verfügung.
Vom Abstiegs- zum Aufstiegskandidaten
Egestorf/Langreder hat diese Serie einen rasanten Aufschwung genommen: Vergangene Saison wies der Club nur drei Punkte Vorsprung vor den Abstiegsrängen auf. Jetzt mischen die Germanen, die von 2016 bis 2019 in der Regionalliga aufliefen, ganz oben mit und wollen die Chance auf den Aufstieg wahren. Allerdings gingen sie in vier der jüngsten sechs Partien leer aus. Beste Schützen sind Jonas Lübke (9), Hannes Milan (8), Nick Bode und Tigrinho (beide 7). Die Statistik weist sie fast als Angstgegner des SCSV aus: Von zwölf Vergleichen seit 2014 verloren die Speller neun. Sie feierten nur zwei Siege: Ein 4:1 beim ersten Aufeinandertreffen in Barsinghausen und ein knappes 1:0 im Heimspiel am Sonntag vor genau drei Jahren.
Zum Foto: Mit Torjäger Tom Winnemöller (r.) jubeln Jan-Hubert Elpermann (l.) und Marvin Kehl.