Duell Erster gegen Zweiter: Spelle selbstbewusst zum Gipfeltreffen in Wilhelmshaven
Auf zum nächsten Schlagerspiel. Fußball-Oberligist SC Spelle-Venhaus tritt am Freitag um 20 Uhr beim SV Wilhelmshaven an. Der Tabellenzweite ist zu Gast beim Spitzenreiter, der maximale neun Punkte gesammelt und noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert hat. Ein echtes Gipfeltreffen.
Die Speller haben gerade erst das Top-Duell gegen den BSV Rehden absolviert. Die beiden ungeschlagenen Mannschaften blieben beim 2:2 weiter ohne Niederlage. Aber der SCSV ließ erstmals in dieser Serie Punkte liegen und musste den Platz an der Sonne der Tabelle dem SVW überlassen.
2:2 im Schlagerspiel gegen Rehden
„Trotzdem war ich mit der Leistung größtenteils einverstanden“, erklärte der Coach. Er musste das Unentschieden akzeptieren, auch wenn er sein Team den Dreier „einen Tick mehr verdient gehabt hätte“. Wegen der etwas besseren Torchancen – gerade nach der Führung und auch in der Schlussphase. „Aber der Gegner war auch richtig gut.“
Hupe: Auf dem richtigen Weg
Hupe sieht die Schwarz-Weißen auf „einem richtig guten Weg. Über die letzten Monate generell, aber auch jetzt zum Saisonstart. Wir bewegen uns in die richtige Richtung“, klingt er selbstbewusst. Und so soll der SCSV auch beim Spitzenreiter auftreten. Verzichten muss der Gast auf den länger verletzten Luca Tersteeg und Steffen Wranik. „Steffen war Dienstag auf dem Platz, aber es läuft noch nicht so, wie er und wir uns das wünschen“, verwies Hupe auf einen kleinen Rückschlag und will die nächsten Tage abwarten.
Der SVW wird hoch gehandelt
Der Gastgeber vom Jadebusen gilt vielen als der Meisterschaftsfavorit der Oberliga Niedersachsen. „Ich glaube, es gibt noch andere gute Mannschaften in der Liga, die alle ungefähr auf einem Level sind“, nennt Hupe den SVW Mitfavoriten. Dass das Team dazugehöre, habe es in den ersten drei Partien mit drei Siegen ohne Gegentreffer bewiesen.
Regionalliga das Ziel
Doch es besteht kein Zweifel daran, dass die Wilhelmshavener selbst die Rückkehr in die Regionalliga anpeilen und wieder an bessere Fußballzeiten anknüpfen wollen. In der vergangenen Saison mischte das Team aussichtsreich mit im Titel- und Aufstiegsrennen. Nach einer Schwächephase nach der Winterpause reichte es zu Rang fünf – zwei Punkte und zwei Plätze vor Spelle, aber 18 Zähler hinter Meister Delmenhorst und elf hinter Vizemeister 1. FC Germania Egestorf-Langreder, der in der Relegation die Qualifikation zur Regionalliga verpasste.
Verstärkungen aus Emden
Im Sommer startete in Wilhelmshaven ein Neuaufbau mit Trainer Bi Le Tran. Der 34-Jährige kam vom ostfriesischen Bezirksligisten SV Großefehn. Klotzen, nicht kleckern, lautete die Devise bei den neu verpflichteten Fußballern. 18 Spieler kamen zu Saisonbeginn, davon gleich neun mit Regionalliga-Erfahrung. Sieben liefen in der vergangenen Serie noch für Kickers Emden auf, der Jüngste von ihnen 27. Tobias Steffens hat den Verein schon wieder in Richtung Pewsum verlassen. Kickers-Legende Tido Steffens kam mit der Empfehlung von 34 Toren und 16 Vorbereitungen bei 100 Spielen in der vierten Liga. „Wilhelmshaven hat sehr stark nachgelegt auf dem Transfermarkt“, stellt Henry Hupe fest. „Da kann man sich vorstellen, was auch wirtschaftlich oder finanziell dahintersteckt.“ Bislang ist die Wilhelmshavener Rechnung aufgegangen.
Noch erfahrenen Ex-Profi geholt
Dennoch hat der SVW unmittelbar vor dem Duell gegen den SCSV noch einen Hochkaräter nachgelegt: Sebastian Polter kehrt als spielender Trainer in seine Geburtsstadt zurück. Der 35-Jährige blickt auf 125 Spiele in der Bundesliga (21 Tore) und 137 Partien (48) in der 2. Liga zurück. Der Mittelstürmer mit Stationen wie etwa Union Berlin, Schalke 04, VfL Wolfsburg, 1. FC Nürnberg, VfL Bochum, Darmstadt 98 oder Eintracht Braunschweig kommt vom serbischen Erstligisten Partizan Belgrad. Er soll an der Seite von Bi Le Tran für noch mehr Professionalität sorgen.
Spannende Konstellation
Spelles Trainer Henry Hupe erwartet am Freitag eine „ganz schwierige Aufgabe. Aber wir müssen uns auch nicht verstecken. Wir haben auch richtig gute Jungs. Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die von der individuellen Qualität her richtig gut besetzt sind und auch einen guten Saisonstart hatten. Das verspricht einiges.“ Der Coach freut sich schon auf die coole Atmosphäre im Jade-Stadion und die spannende Konstellation beim Duell Erster gegen Zweiter. Sein Team hat es in der eigenen Hand, wieder an Wilhelmshaven vorbeizuziehen. „Das wollen wir unbedingt schaffen.“
Zum Foto: Höchster Einsatz – wie hier von Jan-Luca Ahillen und Jan Wulkotte im Spiel gegen den VfL Osnabrück – ist auch beim Speller Duell am Freitag in Wilhelmshaven erforderlich.