Spelles Trainer Henry Hupe: Derby-Niederlage in Meppen tut extrem weh
Die Bilder sprachen Bände: Während die Speller Spieler nach der 0:4-Derby-Pleite mit gesenktem Kopf enttäuscht den Platz verließen, jubelten die U23-Fußballer des SV Meppen und ihre Fans begeistert vom verdienten Sieg gegen den emsländischen Rivalen. Dazu gibt es noch einige Fotos.
„Ganz bitter. Das tut extrem weh“, erklärte SCSV-Coach Henry Hupe nach der ersten Saisonniederlage. Damit rutschten die Schwarz-Weißen auf Tabellenplatz fünf – drei Punkte hinter Spitzenreiter Heeslingen und VfV Borussia 06 Hildesheim. Wäre im fünften Anlauf der erste Sieg gegen Meppens U23 gelungen, hätte es für Hupes Team zu Platz zwei gereicht. Doch es konnte die Patzer der Konkurrenten nicht nutzen: Heeslingen spielte 3:3 gegen Vorsfelde, Rehden verlor 0:3 gegen Hildesheim und ist nach dem Rücktritt von Majid Cirousse auf Trainersuche, Braunschweig büßte beim 3:3 gegen Nordhorn zwei Zähler ein.
„Jeder muss sich hinterfragen“
Nach der Niederlage müsse sich jeder hinterfragen, sagte Hupe weiter. „Da nehme ich mich nicht aus.“ Doch nach den vorherigen guten Wochen wollte er nicht alles schlechtreden, zumal am Samstag im Niedersachsenpokal gegen Lüneburg eine ganz wichtige Heimpartie warte. Dann soll sein Team die richtige Antwort auf dem Platz geben. Dann könnte auch Joe Klöpper wieder dabeisein. Er wurde Sonntag wegen muskulärer Probleme in der zweiten Halbzeit ausgewechselt.
„Tagesform bei vielen nicht gut“
Hupes Analyse nach dem enttäuschenden Auftritt in Hemsen: „Die Tagesform war bei vielen nicht gut, einzelne Momente sind gegen uns gelaufen.“ Zudem vermisste er die Intensität aus den vorherigen Partien. Zudem spielte der frühe Rückstand dem SVM in die Karten. Beim hohen Anspiel fehlte die Absicherung in der Tiefe. Dann traf Niclas Wessels. „Das spielt natürlich in so eine Dynamik des Spiels hinein. Nichtsdestotrotz haben wir 88 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen.“ Das gelang nicht. Stattdessen gab es eine deutliche Abfuhr durch das junge Meppener Team, das bedingungslos kämpfte und mit jener Intensität auftrat, die dem SCSV am Sonntag oft fehlte.
Vier junge Spieler aus dem Drittliga-Kader
Mit Niclas Wessels, Jonas Goldenstein, Henrik Wittrock und Mika Herrmann standen zwar vier Fußballer aus dem Drittliga-Kader im SVM-Aufgebot, aber nur Wessels verfügt über einige Regionalliga-Erfahrung und ist ein paar Minuten in der 3. Liga auf dem Platz gewesen. Die Unterstützung „von oben“ machte den Unterschied also nicht aus.
Yumusak: Defensive hat eiskalt gewonnen
„Heute hat die Defensive eiskalt gewonnen. Gegen den Ball war es überragend“, urteilte SVM-Trainer George Yumusak, als er gemeinsam mit Lucas Beniermann, dem Coach der Meppener Drittliga-Mannschaft, den Platz verließ. Sein Team habe „leidenschaftlich alles wegverteidigt und jeden Zweikampf gefeiert, aber auch den nächsten Angriff gefordert. Es war richtig mutig.“
Dem Gast keine Räume geboten
Das habe sich in der Woche schon angedeutet, sagte der Coach mit Blick auf die Aggressivität, die Schärfe und das Feuer schon im Training. Er habe gewusst, dass sein Team Spelle keine Räume bieten dürfe, gerade bei sehr offensiv denkenden und schnellen Außenverteidigern auf beiden Seiten des SCSV. In einigen Momenten habe sein Team dem Gast den Ball überlassen. Am Ende stand ein zu-Null-Sieg „gegen eine Top-Mannschaft“.
Meppen verlässt Abstiegsränge
Nach dem zweiten Saisonsieg fiel nach Yumusaks Aussagen ein „Riesen-Druck von allen Schultern“. Er freute sich für seine Spieler, dass sie heute gesehen haben, was möglich ist, was für ein Potenzial in ihnen steckt. Aber auch, dass der Kopf einfach reifer werden muss.“ Meppen verließ nach dem verdienten Sieg die Abstiegsränge und rückte auf Rang zwölf vor.
Das Titel-Foto zeigt Henry Hupe. Fotos: Picturepower