Freitag unter Flutlicht: Spelle will gegen Biene unbedingt den Derby-Dreier
Ein reizvolles Oberliga-Duell zweier Vereine, die beinahe freundschaftlich miteinander verbunden sind: Der SC Spelle-Venhaus erwartet am Freitag um 19.30 Uhr im heimischen Getränke Hoffmann Stadion den SV Holthausen Biene. Beide Mannschaften wollen am 27. Spieltag endlich den ersten Derby-Dreier dieser Saison.
Denn Spelle holte jeweils einen Punkt am Biener Busch und im Heimspiel gegen die U23 des SV Meppen. Beim SVM verloren die Schwarz-Weißen. Biene unterlag zweimal gegen die Kreisstädter. Beim 3:3 in Unterzahl gegen Spelle durfte sich die Mannschaft von Emiel ten Donkelaar zumindest als moralischer Sieger fühlen. Da sein Team bei vier Absteigern zurück in die Landesliga muss, dauert es bis zum nächsten emsländischen Südkreis-Derby beider Clubs also mindestens ein Jahr.
In Biene trotz Überzahl nur 3:3.
Für die Anhänger des SCSV ist nach dem 3:3 in Biene „Wiedergutmachung“ durchaus ein Thema. Denn die Schwarz-Weißen führten in der Hinrunde unter Flutlicht bereits 3:1, ließen aber zwei bereits sicher geglaubte Punkte liegen. „Ich blicke immer nach vorn“, sagt SCSV-Trainer Henry Hupe. Von Wiedergutmachung mag er nicht sprechen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, also auch das am Freitag unter Flutlicht.“ Und weil es ein Derby ist, natürlich erst recht.
Geschenke am Biener Busch
Das Duell am Biener Busch vor gut fünf Wochen bewertet Hupe kritisch: „Wir hatten eine schwache erste Halbzeit“ – trotz der frühen Führung durch Jip Kemna. Zur Pause hieß es nach dem kuriosen Handelfmeter-Geschenk 1:1: Nach einem kurzen Anspiel von Torwart Mattis Niemann beim Abstoß griff Leon Dosquet mit der Hand zum Ball. Der Ex-Speller David Elfert verwandelte sicher.
Zwei Ex-Speller treffen
Nach der Gelbroten Karte gegen den früheren Speller Fabian Lindenschmidt kurz nach der Pause traf Artem Popov. Ein Eigentor von Christopher Schmidt führte zum 3:1. Danach ging Biene mehr ins Risiko. Jannik Looschen und Daniel Olthoff, der von 2016 bis 2018 das SCSV-Trikot trug, sorgten für die Punkteteilung.
Hupe: Wir sind gewarnt
„Ein Spiel, das man niemals mehr aus der Hand geben darf – und trotzdem haben wir es mit dummen Fehlern leider gemacht. Wir haben gesehen, welche Dynamik so eine Partie annehmen kann. Deswegen sind wir absolut gewarnt“, erklärt Hupe. Trotzdem gehe sein Team mit der festen Überzeugung ins Derby, dass es das Heimspiel gewinne. Der Coach erwartet eine engagierte, intensive Leistung und auch das passende Ergebnis. „Das kann nur ein Sieg sein. Wir wollen diese drei Punkte unbedingt haben.“
Auch Elpermann und Schepers fehlen
Dabei muss der Gastgeber auf mehrere Spieler verzichten, darunter zwei ehemalige Biener: Jan-Hubert Elpermann ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Zudem werden Weisheitszähne gezogen. Steffen Schepers hat sich nach langer Verletzungspause am Wochenende mit einem Tor in der U23 zurückgemeldet. Jetzt klagt er über muskuläre Probleme und muss zwei Wochen kürzertreten. Torwart Mattis Niemann kann im besten Fall in zwei Wochen wieder ins Training einsteigen. Doch mit Bernd Lichtenstein und Alex Moll gibt es starke Alternativen. Lichtenstein hat in den vergangenen beiden Partien seine Qualität bewiesen. „Er ist auf und neben dem Platz ganz wichtig für uns. Nichtsdestotrotz sind wir glücklich, dass Mattis nicht lange ausfällt“, sagt Hupe. Luca Tersteeg ist angeschlagen. Marvin Kehl muss sich nach seiner Stammzellspende noch schonen. Überraschend schnell hat sich dagegen Steffen Wranik zurückgemeldet. Er saß am vergangenen Wochenende schon wieder auf der Bank. Diese Woche hat er voll trainiert.
Nur 46 Stunden Pause für den Gast
Biene war am Mittwochabend gefordert, verlor das Heimspiel gegen Hildesheim 2:4. Bis zum Anpfiff in Spelle bleiben nur 46 Stunden Pause. „Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist es schon ein Nachteil, weil die Regenerationszeit kürzer ist“, weiß der ehemalige SCSVer Philipp Elfert, der mit Biene an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt. Aber der Gedanke an das Derby unter Flutlicht am Freitagabend werde dafür sorgen, „dass man schnell wieder auf Touren kommt“.
Das Titelfoto zeigt eine Szene vom Derby in Biene mit (v.l.): Timo Nichau, Janik Jesgarzewski und Johannes Wintermann. Fotos: Picturepower (2)