Spelle stolz auf Derby-Sieger – Ex-Coach Vocks nach Rückkehr sportlich frustriert
Des einen Freud, des andern Leid – so lautet das alte Sprichwort. Beim Derby der Fußball-Oberliga zwischen dem SC Spelle-Venhaus und dem TuS Bersenbrück wurde deutlich, was gemeint ist: Auf der einen Seite stolze Emsländer nach dem klaren 4:0-Erfolg. Auf der anderen enttäuschte Gäste-Spieler und ein frustrierter Trainer Hanjo Vocks, der zuvor sieben Jahre für den SCSV tätig war.
Das war eine „sehr gute Leistung in allen Spielphasen“, sagte Spelles Sportlicher Leiter Tobias Harink nach dem „absolut verdienten Sieg“. Der Gastgeber sei sehr dominant und fußballerisch stark gewesen.
Noch mehr Tore möglich
SCSV-Coach Henry Hupe sprach von einer Top-Leistung über 70 Minuten. „Wir hätten durchaus noch ein paar Tore mehr schießen können. Aber wir sind auch so zufrieden.“ Alles andere wäre auch vermessen. Schließlich gilt Bersenbrück als ambitionierter Verein, der nach mäßigem Start zuletzt nur zwei von acht Partien verloren hat.
„Die Jungs haben es richtig gut gemacht“
Beim SC Spelle-Venhaus passte es einfach am Mittwochabend unter Flutlicht auf Kunstrasen – der Hauptplatz war nach dem Derby gegen Vorwärts Nordhorn nicht bespielbar. Die Schwarz-Weißen tauchten etliche Male gefährlich vor dem TuS-Tor auf. „Wir hatten viele gute Phasen mit Ball, haben aber auch gegen den Ball fleißig gearbeitet und kaum etwas zugelassen. Die Jungs haben es richtig gut gemacht“, wollte Hupe nach einem gelungenen Fußballabend keine Spieler besonders hervorheben.
Trio angeschlagen auf der Bank
Mit Janik Jesgarzewski, Felix Golkowski und Benjamin Evers saßen Mittwoch drei Stammkräfte der vergangenen Wochen auf der Bank. Nicht, weil Hupe den Gast überraschen wollte. Das Trio war angeschlagen. Ein Einsatz wäre mit einem hohen Risiko verbunden gewesen. Das wollte und musste der Trainer auch wegen des Spielverlaufs nicht eingehen. Am Sonntag wartet mit dem SSV Vorsfelde die dritte Aufgabe der englischen Woche.
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Vocks lobt Gastgeber
Ein Lob erhielten die SCSV-Fußballer auch von Gäste-Coach Hanjo Vocks, der von 2017 bis 2024 zunächst ein Jahr Co- und dann Cheftrainer bei den Schwarz-Weißen war. „Wir sind eine starke Speller Truppe getroffen, die lauffreudig war, die spielfreudig war, die es einfach gut gemacht hat.“ Mit einer guten Aufteilung im Raum habe sie es seinem Team schwer gemacht, Zugriff zu bekommen.
„Zu wenig Druck gemacht“
Seine Mannschaft, bekannte Vocks, sei mit dem Ball zu fehlerhaft und gegen den Ball zu wenig aggressiv und zu wenig lauffreudig gewesen. „Wir haben zu wenig Druck gemacht.“ Seine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte nannte der Lingener Pädagoge sportlich unbefriedigend und sehr frustrierend, weil wir es nicht geschafft haben, ansatzweise an unsere Leistungsmöglichkeiten heranzukommen.“ In Spelle könne jeder Oberligist verlieren. „Wenn wir eine vernünftige Leistung gebracht hätten, könnte ich das auch akzeptieren. Aber so ist es schwierig für mich“, meinte er nach dem zweiten 0:4 in Folge. Insgesamt hat der TuS diese Serie in der Liga schon fünfmal vier Gegentore kassiert. In den anderen sieben Partien hat er jedoch nur drei Treffer zugelassen.
Trost nach dem Schlusspfiff
Für ihn persönlich sei die Rückkehr nach Spelle wie erwartet gewesen, sagte Vocks: Er habe viele bekannte Gesichter gesehen und sei nett aufgenommen worden. Nach dem Schlusspfiff habe es aufmunternde Worte gegeben. Doch am Ende blieb der Frust.
Das Titel-Foto zeigt Tom Winnemöller vor dem Treffer zum 3:0.