Spelle und Rehden: Visier nach oben und Vollgas - nur Ergebnis störte die Trainer

Die Trainer waren sich einig: Sie hatten beim 2:2 zwischen dem SC Spelle-Venhaus und dem BSV Rehden ein top Oberliga-Spiel gesehen. „Es war extrem intensiv. Beide Mannschaften haben alles gegeben, Visier nach oben und Vollgas. Ich glaube, jeder Fan kam auf seine Kosten“, sagte Gäste-Coach Kristian Arambasic. Ganz zufrieden war er wie sein Kollege Henry Hupe nicht. Denn beide verpassten den erhofften Dreier.
Aber unter dem Strich passte das Ergebnis in einer Partie, die Hochspannung lieferte mit vielen Chancen, höchstem körperlichen Einsatz, drei Elfmetern, zwei Gelbroten Karten. Beim Flutlicht-Freitag vor 446 Zuschauern konnte das Duell ständig zur einen oder anderen Seite kippen.
BSV: Katastrophaler Start
Der Gastgeber erwischte mit dem frühen 1:0 durch Elias Strotmann (2.) den besseren Auftakt. Aber der BSV Rehden fand nur wenige Minuten nach diesem „katastrophalen Start“ direkt zurück ins Spiel. Rehden störte früh im Spielaufbau, der SCSV verzeichnete einige Ballverluste. „Das haben wir sehr gut gemacht“, betonte Arambasic.
Clevere SCSV-Reaktion
Dann habe der SCSV clever reagiert, lang nach vorn gespielt und auf die zweiten Bälle spekuliert. Das Spiel war komplett offen. Nach einem Handspiel vom starken Felix Golkowski glich Rehden per Elfmeter aus (37.) und verfügte über weitere Möglichkeiten.
Rehden nach der Pause deutlich tiefer
Nach der Pause, bekannte Arambasic, habe Spelle nach und nach mehr das Spiel in Griff bekommen. „Wir standen deutlich tiefer, konnten nicht mehr so gut pressen.“ Doch der Gastgeber verpasste die erneute Führung, als Strotmann den Strafstoß wenige Minuten nach dem Seitenwechsel nicht nutzte. „Da hätten wir das Spiel auf unsere Seite ziehen können. Trotzdem machen wir weiter“, meinte Hupe.
„Spelle ist eben Spelle. Das wissen wir“
Wie aus dem Nichts sei das 2:1 für Rehden gefallen, als „wir es aber einfach nicht gut in der Box verteidigen“, sagte der SCSV-Coach. Arambasic sprach dagegen von einem „wunderschönen Angriff“. „Aber Spelle ist eben Spelle hier, das wissen wir. Die geben nicht auf und haben weiter nach vorne gespielt.“ Und dafür machte Hupe seinem Team ein dickes Kompliment. Luca Tersteeg nutzte den zweiten Strafstoß eiskalt zum 2:2.
Drittes Spiel in Folge mit zehn Fußballern beendet
Nach der Gelbroten Karte gegen Uzoma Eke spielte der Gastgeber eine Viertelstunde in Überzahl. Kurz vor dem Abpfiff musste auch Jost Krone nach der Ampelkarte vom Platz. Damit beendete der SCSV zum dritten Mal in Serie eine Partie mit nur noch zehn Spielern. Womöglich auch eine Folge der sehr intensiven und aggressiven Speller Spielweise. „Der Schiedsrichter hatte brutal viel zu tun, weil es so viele kniffelige Entscheidungen gab“, betonte Arambasic, den am Freitag vor allem das Remis störte. „Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft, auch wie sie in Unterzahl dagegen gehalten hat.“
„Gute Stimmung gemacht“
Hupe formulierte es ähnlich: „Mit ein bisschen Abstand kann man zufrieden sein mit der Leistung. Über das Ergebnis sind wir jetzt enttäuscht, gerade weil wir vor heimischem Publikum unbedingt drei Punkte holen wollten.“ Der 27-Jährige war zufrieden, dass 446 Zuschauer im Getränke Hoffmann Stadion waren „und auch gute Stimmung gemacht haben“. Sein Team werde alles dafür geben, am Samstag gegen den Lüneburger SK Hansa den ersten Heimsieg zu landen.
Premiere für Leon Gensicke
Der SCSV hofft, dass dann Jan Popov, Anton Popov und Marvin Kehl wieder mitmischen können. Das Trio musste am Freitag angeschlagen ausgewechselt werden. Artem Popov kam nach seiner mehrmonatigen Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz und sorgte für frischen Wind. Leon Gensicke feierte seine Oberliga-Premiere im Speller Trikot.
Das Titelfoto zeigt Elias Strotmann