Die Speller haben „mega Bock“ auf das Derby am Freitag gegen Vorwärts Nordhorn
„Wir freuen uns auf ein Flutlichtspiel am Freitagabend und auf ein Derby“, blickt Trainer Henry Hupe vom Fußball-Oberligisten SC Spelle-Venhaus gespannt auf das Duell gegen Aufsteiger Vorwärts Nordhorn. Zudem hoffen die Emsländer beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams in einem Punktspiel seit 14 Jahren auf eine gute Zuschauerkulisse im Getränke Hoffmann Stadion.
Die beiden Partien aus der Saison 2011/12 in der Bezirksliga waren packend und torreich: Der SCSV siegte in Nordhorn und auch daheim 4:3. Danach verabschiedete er sich unter Trainer Siggi Wolters und Co-Trainer Markus Schütte, der inzwischen Sprecher des Leitungsteams der Fußballabteilung ist, in die Landesliga. Im Heimspiel im November 2011 lagen die Schwarz-Weißen schon 1:3 zurück und machten mit einem Tor kurz vor dem Abpfiff den Dreier perfekt. Am letzten Spieltag bei Vorwärts führte der Gastgeber 2:0, doch der SCSV drehte die Partie, die keinen Einfluss auf den Titelgewinn mehr hatte. In der Endabrechnung führte Spelle mit sieben Punkten Vorsprung vor Vizemeister TuS Lingen.
Wiedersehen mit Dosquet und Harms-Ensink
In der aktuellen Saison spielen beide Kontrahenten eine gute Rolle. Der SCSV hat erst eins von elf Spielen verloren und belegt den vierten Tabellenplatz. Vorwärts Nordhorn hat aus elf Partien zwölf Zähler geholt und ist als bester Aufsteiger Zehnter. Zudem freuen sich die Gastgeber auf das Wiedersehen mit den Ex-Spellern Leon Dosquet und Niklas Harms-Ensink.
Starker Start, Überraschungen und zwei Klatschen
Die Grafschafter sind unter Trainer Viktor Maier erstmals in der Vereinsgeschichte in die Oberliga aufgestiegen. Der 36-Jährige war als Spieler auch für den SV Meppen und den FC Eintracht Rheine aktiv. Für Deutschland absolvierte er 16 Junioren-Länderspiele, für Kirgisistan folgen 23 im Herrenbereich. Sein Team erwischte bei sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen einen blendenden Start. Es sorgte für Überraschungen: den 2:0-Sieg bei VfV Borussia Hildesheim, das 2:2 gegen den hochgehandelten SV Wilhelmshaven oder das 3:3 bei Eintracht Braunschweig II. Dem stehen zwei 0:5-Niederlagen gegen Heeslingen und in Bersenbrück gegenüber.
28 Gegentore in elf Spielen
Auswärts sammelte Vorwärts sieben Zähler, daheim fünf. Gefährlichste Schützen sind Levin Heidrich (4), der Ex-Speller Niklas Harms-Ensink und Kjyle Houdéglé (beide 3). Mehr als die 28 Gegentore der Nordhorner kassierte nur der SC Hemmingen-Westerfeld, bei dem der SCSV seinen höchsten Auswärtssieg feierte.
Hupe: Haben mega Bock auf das Spiel
„Wir wissen, wie schwierig die Aufgabe am Freitag wird“, sagt Hupe. Aber sein Team hat schon Qualität bewiesen und „mega Bock auf das Spiel. Wir werden alles dafür tun, dass wir die drei Punkte in Spelle behalten, und freuen uns auf eine gute Kulisse.“ Dazu werden etliche Sponsoren gehören, die sich schon vor dem Anpfiff treffen.
Kleinere und größere Fragezeichen
Dabei gibt es vor dem Duell am Freitag personell erneut kleinere und größere Fragezeichen. Sicher ist, dass Steffen Schepers und Luca Tersteeg länger verletzt ausfallen. Max Meier fehlt aus privaten Gründen. Ob Tom Winnemöller, Marvin Kehl und Artem Popov, der in Hemmingen drei Tore geschossen hat, spielen können, bleibt offen. Das gilt auch für Eigengewächs Matteo Echelmeyer. Der Offensivspieler gab in Hemmingen sein Oberliga-Debüt. Einen Treffer des 19-Jährigen erkannte der Unparteiische wegen einer Abseitsstellung nicht an. „Er arbeitet immer hart und ist auf einem guten Weg“, lobt der Trainer.
„Wollen nicht rumheulen“
„Wir wollen nicht rumheulen“, stellt Hupe trotz der ungewissen Personalsituation fest. „Wir haben viele gute Jungs. Das haben sie in den letzten Wochen bewiesen.“ Der Coach hat seine Startformation mehrfach verändert. In Hemmingen blieben Joe Klöpper und Tjark Höpfner ohne Einsatz auf der Bank. „Joe kam aus einer Verletzung. Da wollten wir kein Risiko eingehen“, erklärt Hupe. Höpfner, der immer sehr viel investiere und eine hervorragende Saison spiele, bekam eine Erholungspause.
Belastung bei vier Spielen in 14 Tagen hoch
Die Belastung für den SCSV ist bei vier Spielen in 14 Tagen hoch. Denn auf Hemmingen und die Partie gegen Nordhorn folgen am Mittwoch das Nachholspiel gegen den TuS Bersenbrück und am Sonntag danach die Begegnung in Vorsfelde (1.11.). „So viele Spiele in kurzer Zeit sind immer eine Belastung, erst recht bei der Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen. Deswegen müssen es die Jungs mal als Vorteil ansehen, wenn sie sich mal ein bisschen ausruhen können und die anderen rackern.“
Denn einen Schongang wollen die Speller auch gegen Vorwärts nicht einlegen. Im Gegenteil: Sie setzen auf hohe Intensität. Sie wollen da weitermachen, wo sie sie in den letzten beiden Partien in Egestorf (1:0) und in Hemmingen (5:1) aufgehört haben. „Da haben die Jungs gute Leistungen abgeliefert“, stellt Hupe fest, sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial.
Das Foto zeigt Tjark Höpfner.